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Dr. med. dent. A. Kiralp Fachzahnarzt für Kieferorthopädie Was ist "Lingualtechnik"? "Lingual" heißt auf Deutsch soviel wie "zungenseitig" und mit Lingualtechnik ist die Korrektur von Zahnfehlstellungen durch feste Zahnspangen, welche auf der Innenseite der Zähne befestigt werden, gemeint. Dr. Craven Kurz behandelte Ende der 70er Jahre die ersten Patienten mit derartigen "unsichtbaren" Apparaturen. Er erzielte bei leichteren Fällen auch bereits gute Ergebnisse. Die ersten Fälle wurden mit labialen Brackets behandelt, die auf die Zahninnenseite geklebt wurden. Allerdings gab es auch einige Probleme: So ist die genaue Positionierung der Brackets auf der Zahninnenseite wesentlich schwieriger als auf der Zahnaußenseite. Weiterhin ist das exakte Biegen des Drahtes aufgrund der unterschiedlichen Zahndicken (welche auf der Außenseite keine Rolle spielen) äußerst kompliziert. Gleichzeitig aber ist Präzision oberstes Gebot, sollen die Behandlungszeiten kurz und die Ergebnisse optimal sein. Vor- und Nachteile der Lingualtechnik: Ein großer Vorteil dieses Verfahren liegt auf der Hand: Die festsitzende Apparatur ist hinter den Zähnen nicht zu sehen. Insbesondere für erwachsene, im Berufsleben stehende Patienten stellt dieser ästhetische Vorzug oft ein wesentliches Entscheidungskriterium dar. Damit verbunden ist aber auch der psychologisch bedeutsame Effekt, dass die Behandlungsfortschritte besser zu sehen sind - gleich vom Beginn der Behandlung bedeutet dies für einen lingual behandelten Patienten eine sichtbare Verbesserung. Bei einer Behandlung mit festen Zahnspangen auf der Außenseite dagegen ist zunächst nur die Apparatur zu sehen, während alle positiven Veränderungen auf den ersten Blick sozusagen dahinter versteckt bleiben. Die Nachteile einer lingualtechnischen Behandlung bestehen für den Kieferorthopäden vor allem in einem aufwendigeren Laborprozess und der für den Behandler anspruchsvolleren Behandlungsführung. Patientenseitig nachteilig erlebt wird vor allem die meist längere Eingewöhnungszeit. Es soll nicht verschwiegen werden, dass insbesondere in den ersten zwei bis vier Wochen Probleme beim Essen und Sprechen und Irritationen der Zunge auftreten können. Hinsichtlich des Behandlungserfolges ist die Lingualtechnik mittlerweile der konventionelle labialen Behandlung durchaus ebenbürtig. Bei bestimmten Indikationen erweist sich eine linguale Therapie sogar als vorteilhaft. Als Beispiele seien hier Tief- und Kreuzbisse bei Erwachsenen zu nennen. Außerdem kann der orthodontische Kraftansatz bei lingual geklebten Brackets viel dichter am Resistenzzentrum der Zähne liegen, da hier die Gaumenhöhe ausgenutzt werden kann, was bei einer labialen Apparatur nicht möglich ist. Darüber hinaus befördert eine linguale Apparatur im Extraktionsfall den Lückenschluss schon alleine deshalb, weil die Einlagerung der Zunge in die Extraktionslücken beim Schlucken verhindert wird.
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